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Projekte / Museum Welt der Versuchungen
Erfurt
2024
Wir betrachten dieses Projekt als ein „Forum“, als eine Plattform, um die Fragen und Probleme der „Versuchung“ zu identifizieren, anzusprechen, zu klären und sich aktiv mit ihnen auseinanderzusetzen – Fragen und Probleme, die die Menschheit und die menschliche Gesellschaft von Anbeginn geprägt haben, mit ihren grenzenlosen positiven und negativen Auswirkungen auf den Einzelnen und dessen Beziehung zur Welt (und zu seinen Mitmenschen). Heute besteht Bedarf an einer vorrangig diskursiven und dynamischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlich relevanten und drängenden Herausforderungen, die das Phänomen der „Versuchung“ mit sich bringt.
Die aktive Beteiligung von Bürger*innen – sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen – mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen, Altersgruppen und Bildungsniveaus an allen Aktivitäten und Angeboten ist als Grundprinzip und Ziel des Atriums zu betrachten, das als „Forum“ genutzt und konzipiert ist. Wir verstehen dies als eine auf Partizipation ausgerichtete „Kontakt- und Konfliktzone“, als einen Raum des Diskurses, in dem sich Einzelpersonen und Gruppen – mit unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund, unterschiedlichen Altersgruppen und Bildungsniveaus – in moderierten Gesprächen/Diskussionen/Verhandlungen persönlich begegnen, miteinander in Kontakt treten, ihre Fragen, Probleme, Wünsche und Visionen einbringen, diese diskutieren, möglicherweise modifizieren oder sogar verteidigen. Entscheidend ist dabei die Möglichkeit, Einblick in die emotionalen wie auch rationalen Beweggründe zu gewinnen, die hinter den expliziten Meinungen und Haltungen anderer Teilnehmender stehen.
Die unterschiedlich großen Räume, die auf verschiedenen Ebenen angeordnet und für kuratierte Ausstellungen konzipiert sind, können auch als Räume für Aktion und Produktion genutzt werden, in denen Gruppen ihren Ideen, Träumen und Lebensrealitäten greifbare Gestalt verleihen können. Wir betrachten die architektonische Gestaltung der Räume und den Besucherweg als Rahmen, der Spielraum für vielfältige, kontextspezifische Konfigurationen bietet. Das Gebäude bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Besucherwege zu organisieren und dadurch Bereiche für Gruppenarbeit abzugrenzen.
Teamprojekt: Anjuscha Helbig, Emad Lajevardi, Sevan Demircian, Julian Glunde (Architektur)
Jana Lieske, Kai Helfenbein (Landschaftsarchitektur)