• Friedhof Judensand
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Mainz

Realisierungswettbewerb mit Ideenteil Alter Friedhof Judensand

Besucherzentrum UNESCO Welterbe inkl. Aufwertung der Friedhofsmauer

Eingeladener Wettbewerb

 

Landeshauptstadt Mainz

Projektteam: Jens Jakob Happ, F. Sebastián Falconi, Roberto G. Roel 

Zusammenarbeit: Mettler Landschaftsarchitektur Berlin

 

Die so häufig beschworenen christlich-jüdischen Wurzeln unserer Kultur liegen auch am Rhein, genauer: in den sogenannten SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz. Ihre Bedeutung als Wiege des jüdischen Lebens in Europa spiegelt sich nicht zuletzt in einem reichen architektonischen Erbe wider, zu dem auch der jüdische Friedhof Judensand in Mainz zählt. Um dessen unbestritten hohen historischen und religiösen Rang sichtbar hervorzuheben, sieht das Konzept für die Neugestaltung des Ortes eine zurückhaltende, gleichwohl bedachte Verknüpfung von architektonischen und gartenkünstlerischen Elementen vor, ohne die jahrhundertealte Geschichte der Anlage selbst anzutasten. Das Friedhofsgelände erhält durch die zum Teil neu zu errichtende, zum Teil renovierte Einfriedung eine klare Umfassung, die sowohl Schutz als auch Einblick gewährt. Dafür kommt ein Zaun aus verzinktem Metallgeflecht zum Einsatz, von dem sich die repräsentativen Eingangstore aus dem dunklen Holz der regionaltypischen Edelkastanie so vornehm wie robust absetzen. Das neue Besucherzentrum befindet sich als vorgelagertes Gebäude und bildet den Auftakt jedes Besuchs auf dem Friedhof. Als Informationspunkt, Veranstaltungs- und Ausstellungsraum sowie Bürobereich vereint der Bau mehrere Funktionen unter einem Dach. Seine Anmut verdankt sich der Leichtigkeit heiterer Pavillonarchitektur, die sich hier am Vorbild der Laubhütte orientiert. Die Holzkonstruktion ist von einer Pergola umgeben, die optisch als Reprise der Friedhofsumzäunung erscheint und von Rankpflanzen bewachsen ist. Eine Besonderheit des Besucherzentrums bleibt für Schönwettertage reserviert: Die Decke über dem zentralen Raum lässt sich öffnen und lässt so im Raum eine direkte Verbindung zwischen Himmel und Erde entstehen: gebaute Transzendenz.